Baumeister: Ausbildung im Campus Sursee

Eine Ausbildung zum Baumeister können Interessenten auf dem Campus Sursee absolvieren. Das führende Bildungs- und Seminarzentrum in der Schweiz bietet Ausbildungsgänge für alle Fachleute, die am Bauprozess beteiligt sind. Auch Bildungsgänge anderer Branchen werden in Sursee durchgeführt, weil das Zentrum sich durch konsequente Kundenorientierung, ein angenehmes Lernumfeld und eine hohe Leistungsfähigkeit auszeichnet. Es wurde 1972 gezielt für die Förderung der Berufsbildung mit dem Fokus auf die Schweizer Bauwirtschaft gegründet.

Der Campus liegt in CH-6210 Sursee, zu ihm gehören das Seminarzentrum, das Bildungszentrum Bau und die gleichnamige Stiftung. Außerdem sind auf dem Gelände noch weitere Bildungseinrichtungen angesiedelt.

Ziel der Ausbildung zum Baumeister
Die Ausbildung, die zum Abschluss des eidgenössisch anerkannten Titels “Diplom-Baumeister/in” führt, befähigt die LehrgangsteilnehmerInnen, die Aufgaben als GeschäftsführerIn eines KMU oder auch als TeamleiterIn einer operativen Einheit im Konzern erfolgreich wahrzunehmen. Es wird der Umgang mit komplexen Problemen bei der Bauproduktion und der Auftragsbeschaffung vermittelt. Ein wesentlicher Aspekt ist der wirtschaftliche Ressourceneinsatz. Des Weiteren ist die zielgerichtete Führung von Abteilungen oder kleinen Unternehmen auf betriebswirtschaftlicher Grundlage ein Schwerpunkt der Ausbildung. Am Ende der Ausbildungsmodule stehen die Modulabschlussprüfungen und danach die eidgenössische Baumeisterprüfung.

Baumeister: Aufgaben in der Praxis
Drei Aufgabenschwerpunkte sind auszumachen: die Ausführung der Bauarbeiten, die Bauleitung und teilweise die Bauplanung. Diese Aufgabenstellungen folgen dem historischen Bild des Baumeisters, der bis ins 19. Jahrhundert noch vollständig für das Bauwerk zuständig war – ab dem Entwurf bis zur endgültigen Fertigstellung. Der Unterschied zum Architekten bestand darin, dass er ein eigenes Entwurfsatelier und zusätzlich eine eigene Baufirma betrieb. Allerdings gab es auch schon vor Jahrhunderten bei sehr großen Projekten die Trennung zwischen dem Architekturentwurf und der Bauausführung. In der heutigen Praxis besteht ein wesentlicher Teil der Aufgaben in der Unternehmensführung mit all ihren organisatorischen Fragen. Einsatzgebiete von Baumeistern sind Hoch- und Tiefbau sowie Verkehrswegbau. In diesen Bereichen beschaffen BaumeisterInnen die Aufträge, beraten die Kunden zum Bauvorhaben, erarbeiten Kostenvoranschläge und stimmen das Auftragsvolumen auf die Ressourcen des Kunden ab. Die Preiskalkulation muss so erfolgen, dass beide Seiten mit dem Ergebnis zufrieden sind. Grundsätzlich stimmen sich zum Projekt der Bauherr, die ArchitektInnen und die BaumeisterInnen miteinander ab. Letztere koordinieren ab der Phase des Rohbaus den Bauablauf, sie disponieren die Maschinen und das Personal, setzen Termine, überwachen deren Einhaltung und kontrollieren auf der Baustelle die Ausführung aller Arbeiten. Gelegentlich sind Korrekturen der Abläufe erforderlich, um Schwierigkeiten durch veränderte Situationen (vorrangig das Wetter, aber auch Material- und Personalengpässe) zu überwinden. Nach dem Ende der Bauarbeiten erfolgt die Begleitung der Bauabnahme.

Wesentliche Skills von Baumeistern
Zu den Hard Skills gehören das nötige Fachwissen zur Bauausführung sowie dem eingesetzten Material und den Maschinen, Betriebswirtschaft, Planungssysteme und Marketing. Nötige Soft Skills sind Führungsqualitäten, organisatorisches Geschick und eine hohe Kommunikationsfähigkeit. Auch der Einsatz von Instrumenten für das Qualitäts- und Umweltmanagement, Ertragsmanagement, Steuerwesen, Recruiting und Arbeitssicherheit gehören zu den Aufgabenbereichen, die entsprechendes Fachwissen erfordern.

Inhalte und Ablauf der Ausbildung zum Baumeister
Im Rahmen von Modulen erwerben die LehrgangsteilnehmerInnen die erforderlichen Qualifikationen. Der Schweizer Baumeisterverband SBV stellt eine Wegleitung und die Prüfungsordnung zur Verfügung. Die Blockausbildung dauert in der Regel zwei Jahre und wird im Rahmen zweier Wintersemester zu je 10 Wochen über total 110 Tage durchgeführt. Die Module sind:

  • Projektmanagement
  • Unternehmensführung
  • Infrastruktur
  • Auftragsbeschaffung
  • Produktionsleitung Hoch- bzw. Tiefbau und Verkehrswegbau
  • Bausanierung
  • Recht und Persönlichkeitsentwicklung
  • Personalmanagement
  • Baustellenadministration
  • Projektbearbeitung
  • Rechnungswesen

Prüfungszulassung zum Baumeister: Voraussetzungen
Beim Prüfungsantritt ist eine der folgenden Voraussetzungen nachzuweisen:

  • Abschluss einer Grundbildung im Bauhauptgewerbe plus sechs Jahre Berufspraxis als BauführerIn oder
  • Fachausweis als Polier plus fünf Jahre Berufspraxis
  • oder eidg. anerkannter Titel als TechnikerIn, BauingenieurIn oder ArchitektIn bzw. die gleichwertige Ausbildung (B.Sc.) plus drei Jahre Berufspraxis

Nach dem Ende der Ausbildung gibt es Weiterbildungsangebote auch vom Campus Sursee sowie von Berufsfachschulen. Es sind Studiengänge mit B.Sc.-Abschluss in verwandten Fachrichtungen möglich.